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Geologie 2

Geologie 2

Mit der am Ende des Hochglazials einsetzenden globalen Erwärmung, zerfielen die Gletscher in abtauende Schollen. Die letzte Abtauphase fällt in Norddeutschland nach neueren Untersuchungen in die Zeit um 12000 v.Chr. Das Abschmelzen der Inlandvereisung führte zur Anlage weiterer Schmelzwasserrinnen. Durch die Abtauprozesse blieben in Ostholstein mächtige Toteisblöcke zurück, die von Schmelzwassersedimenten oder Gletscherfracht um und überlagert, und so zunächst unter Sedimentbedeckung konserviert wurden. Das Tieftauen der Toteisreste führte durch Nachsacken der darüber liegenden Sedimente zur Bildung von Senken, in denen erste Süßwasserseen entstehen konnten. In diesen lagerten sich auf Grund der zunächst spärlichen Vegetation überwiegend mineralische Sedimente, und spätestens ab dem Alleröd auch organische Mudden ab. Dieser Zeitraum des Tieftauens von Toteisblöcken des Weichsel-Glazials endete erst im frühen Postglazial (Nacheiszeit) (Präboreal/Boreal). Intensive Tieftauprozesse und damit verbundene Seegenesen sind für das (jüngere) Alleröd nachweisbar. Das Abschmelzen der Gletscher am Ende des Weichsel-Glazials, führte zu einem weltweiten Meeresspiegel anstieg um etwa 100 m.Am Ende der Weichseleiszeit waren weite Bereiche der heutigen Nordsee noch landfest, im Osten erstreckte sich ein gewaltiger, von kalbenden Gletschern gespeister Eisstausee. Das Land existierte in seinen heutigen Konturen nicht, sondern war binnenländischer Teil eines räumlich stark nach Westen erweiterten Kontinentes. Bei ansteigenden Temperaturen um - 2°C im Jahresdurchschnitt, war das Klima in der älteren Tundrenzeit kalt und rauh. Auf dem Dauerfrostboden, der in kurzen Sommern nur an der Oberfläche auftaute, entwickelte sich die Vegetation einer Kältesteppe aus Flechten und Moosen, Wacholder, Zwergbirke, Kiefern und Polarweide. Weit verbreitet war ein rasenbildender Zwergstrauch mit weißen Blüten, die Silberwurz. Nach ihrem wissenschaftlichen Namen, Dryas octopetala, bezeichnen die Klimaforscher diesen letzten Abschnitt des Eiszeitalters als "Dryas-Zeit." Die stetige Erwärmung und die o.g. Flora führten zur Einwanderung anspruchsvoller Säugetiere wie z.B Lemmingen, Moschusrindern und Schneehasen. An Raubtieren waren z.B Wolf und Eisfuchs vertreten. Im Frühjahr und Herbst durchzogen Rentiere in großen Herden die Landschaft, sowie auch deren Jäger. Diese erreichten Schleswig-Holstein und Teile des südlichen Skandinaviens etwa vor 12.500 Jahren. Die Landschaft und das Klima waren vergleichbar der baumlosen Tundra, die heute im Norden Europas, Asiens und Amerikas in der Nähe des nördlichen Polarkreises herrscht.

Landschaftsentwicklung

Findling mit Gletscherschliff